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Outback (Uluru, Kata Tutja, Kings Canyon) 14.-17.Oktober 2019

Um von A nach B zu kommen, ist in Australien immer noch das Flugzeug das Fortbewegungsmittel Nr. 1. Kaum vorstellbar ist diese riesige Dimension des weiten Landes. Von Sydney aus sind es gute 3 1/4 Stunden ins Landesinnere (Northern Territory). Ich fliege direkt zum Uluru Airport und werde dort von unserem “The Rock Tour” Guide abgeholt. Mein nächstes Abenteuer für die nächsten 4 Tage steht fest: Ab in die Wüste!

Vom Flughafen geht es direkt zum Uluru (Ayers Rock), um mit kleinen Wanderungen den Felsen am Nachmittag zu erkunden. Bei knapp 40 Grad und gefühlten Millionen von Fliegen, die ungewöhnlich hartnäckig sind, wird das Vorhaben schon zu einer Herausforderung. Unsere wichtigsten Wegbegleiter sind: Hut/Mückennetz für den Kopf (manche Plagegeister schaffen es doch drunter)/Sonnencreme und Flaschenweise Wasser. Wir sollen mindestens 1 Liter pro Stunde trinken, müssen aber kaum auf die Toilette. Das Wasser verdunstet einfach in alle ihm möglichen Richtungen.

Der Uluru, Australiens wohl berühmteste Sehenswürdigkeit lässt einen ganz klein und demütig werden. Solch eine natürliche Präsenz lädt zum Träumen ein. Je nach Sonneneinstrahlung färbt sich der Monolith innerhalb von Sekunden um und die Fotoapparate unserer Gruppe laufen heiß.

Wir lauschen gebannt den Erklärungen unseres Guides über die Aborigines Kultur, die Heiligkeit und Bedeutung dieses Felsens und  können jegliche Faszination für diesen Ort verstehen.

Momentan wird das Besteigen des Ulurus stark diskutiert. Die letzten Jahre war es noch erlaubt, wurde von den Aborigines aber abgelehnt. Für Sie, als die rechtmäßigen Eigentümer und Bewohner dieses Landes, war es respektlos der Mutter Natur gegenüber, auf diesen heiligen Ort hinaufzuklettern. Man kann es verstehen, sobald man davorsteht. Besonders natürlich aus Sicherheitsgründen (es gibt nur ein recht niedriges Geländer, an dem man sich festhalten kann), keine Stufen und es geht knapp 380 Meter mit 45 % Steigung nach oben. Und das bei den Temperaturen. Es sind bereits über 37 Menschen bei dem Versuch auf dem Berg gestorben, die Opfer die auf dem Weg ins Krankenhaus oder an den Folgen (Hitzschlag/Herzattacke) verstorben sind, noch nicht mitgezählt.

Außerdem verändern die Massen von Klettern doch das Aussehen des Uluru. Die weiße Schneise, die von der abgetretenen Oxidationschicht des Felsens zeugt, zieht sich wie eine Narbe in den Himmel hinauf. Da es keine Toiletten oder sonstige Mülleimer auf dem Felsen gibt, hinterlässt der Mensch wie fast überall seine Negativ-Spuren. Die eh schon raren Wasserquellen in den Felsnischen oder an seinem Fuße werden verschmutzt und das natürliche Gleichgewicht gestört.

Ich habe mal wieder das Gefühl, dass uns die Ureinwohner in vielem haushoch überlegen sind. Besonders in der Achtung und dem Respekt gegenüber der (Mutter) Natur.

Für uns alle ist es natürlich eine Selbstverständlichkeit, nicht auf den Berg hinaufklettern zu wollen. Einer unserer Gruppenmitglieder (selbst Australier und Doktor) prahlt damit, schon 2x oben gewesen zu sein. An der “westlichen” Bildung scheint es also nicht zu liegen.

Sonnenuntergang sowie -aufgang sind wunderschöne Naturschauspiele.

Die Nächte verbringen wir in Campinggrounds in sogenannten Swags (etwas größere Schlafsäcke, die Outdoor-geeignet sind). Geschlafen wird am Lagerfeuer, um Dingos und andere unangenehme Bettgenossen fern zu halten.

Am 2. Tag steht frühs nach dem Sonnenaufgang eine Wanderung (4 Stunden) durch den Kata Tjuta National Park an. Endlich mal richtig auspowern in der Natur, nach dem langen Sitzen in Flugzeug&Bussen.

Highlights sind die Gespräche unter den Mitreisenden, das Sammeln von Holz für das Lagerfeuer, das gemeinschaftliche Essen am Lagerfeuer und besonders die Musik-Playlist unseres jungen Guides (man wird mit Harry Potter früh um 4 geweckt, zum Sonnenaufgang ertönt der König der Löwen und während der Wanderung gibt es Fluch der Karibik).

Der 3. Tag wird ganz dem Kings Canyon gewidmet. Im Dunkeln geht es morgens um halb 6 auf den Heart-Attack-Hill (der hat seinen Namen verdient) um von oben den Sonnenaufgang und den Anblick des Canyon genießen zu können. WOWOWOW!!! Die Millionen Jahre Erdentwicklung haben ganze Arbeit geleistet. Die Felsformationen, Fossilien und Pflanzen aus der Uhrzeit lassen einmal mehr Staunen.

Wir übernachten an der Kings Creek Station, an der es jeden August die Brumbie Week gibt. Dort werden die Wildpferde eingefangen, “gebrochen” und trainiert, um weitervermittelt zu werden.

Das Outback Leben ist hart!

Danach geht es weiter nach Alice Springs und unsere Wege trennen sich. Die Reise geht weiter!

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